Die Niedersächsische Bauschlichtungsstelle stellt sich vor

Seit 1997 stellt die Niedersächsische Bauschlichtungsstelle eine schnelle und vor allem preiswerte Alternative zum Bauprozess dar. Mit ihrem Dienstleistungsangebot richtet sich die Niedersächsische Bauschlichtungs-stelle insbesondere an private, gewerbliche und öffentliche Bauherren, an Bauhandwerker, Bauträger, Architekten oder sonstige Planer. Selbstverständlich besteht kein Zwang zur Bauschlichtung. Diese ist freiwillig und beruht auf einer Vereinbarung unter den Beteiligten. Im Regelfall kann ein Schlichtungsverfahren innerhalb weniger Wochen abgewickelt werden. Dafür steht ein Team an erfahrenen Schlichtern zur Verfügung. Es hat sich seit 1997 gezeigt, dass über 90 % der Verfahren vor der Niedersächsischen Bauschlichtungsstelle erfolgreich abgeschlossen wurden.

Im Mittelpunkt von Schlichtungsverfahren stehen im Regelfall Baumängel, Vertragsunklarheiten, Anwendung von Vorschriften der VOB oder Streitpunkte, die die Rechnungsstellung oder z. B. einen Zahlungseinbehalt des Bauherrn betreffen.

Anders als in einem Gerichtsverfahren treffen sich die Beteiligten nicht in einem anonymen Gerichtssaal, sondern unsere Schlichter bemühen sich, eine Lösung mit allen Beteiligten vor Ort einvernehmlich zu finden.

Ein vor der Bauschlichtungsstelle geschlossener Vergleich hat für die Beteiligten im übrigen den gleichen Wert wie ein gerichtlicher Vergleich oder ein Urteil. Die Niedersächsische Bauschlichtungsstelle ist vom Niedersächsischen Justizministerium als Gütestelle nach § 794 Abs. 1 Nr. 1 der Zivilprozessordnung anerkannt. Sie ist daher berechtigt, die Vollstreckungsklausel zu erteilen, so dass aus dem Vergleich unmittelbar auch die Zwangsvollstreckung betrieben werden kann, wenn es erforderlich ist.

Aber auch der Fall einer drohenden Verjährung ist geregelt. Gemäß § 204 Nr. 4 BGB ist für die Dauer des Schlichtungsverfahrens die Verjährung gehemmt.